Nominierung Gert Postels für den Medizin-Nobelpreis

Um einerseits unsere Wertschätzung der Ermittlungs- und Aufklärungsarbeit von Gert Postel zum Ausdruck zu bringen und andererseits die konstanten und fortgesetzten Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die Psychiatrie zu thematisieren, hatten die Mitgliedsversammlungen der International Association Against Psychiatric Assault (IAAPA) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. (die-BPE), sowie das Plenum des Werner-Fuß-Zentrum und die Vorstände des Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg und der Irren-Offensive beschlossen, Gert Postel öffentlich zur Nominierung für den Nobelpreis für Medizin vorzuschlagen. Die Begründung dafür lautet:

Es wird Zeit für eine Entschuldigung
In der schon lange währenden Debatte um die Verantwortung der Wissenschaft für Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde eine Institution bisher ausgeblendet: der Nobelpreis.

Als Unterzeichner dieses Aufrufs wollen wir an die unmoralische Verleihung des Nobelpreises für Lobotomie an Antonio Egas Moniz im Jahr 1949 erinnern. Die Lobotomie, insbesondere wenn sie mit dem in der Psychiatrie üblichen Zwang und unter Gewaltanwendung ausgeübt wurde, war ein offensichtliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dafür Antonio Egas Moniz mit dem Nobelpreis zu belohnen, gab dieser Grausamkeit den Ruf guter medizinischer Praxis und förderte ihren Gebrauch.

Da der Nobelpreis nicht zurückgenommen werden kann, appellieren wir an das Nobelpreis-Komitee sowie die Universitäten, die zur Nomination für den Nobelpreis autorisiert sind, sich mit einer Geste eigener Art zu entschuldigen: Durch die Verleihung des Nobelpreises für Medizin an Gert Postel, der erfolgreich den Chefarzt einer Psychiatrie vorgetäuscht hat. Seit 1981 hat er dreimal bewiesen, dass es gar kein psychiatrisches Wissen gibt und er hat somit Psychiatrie als eine gegen die Menschlichkeit gerichtete Institution aufgedeckt. Er hat mit seinem existentiellen Experiment bewiesen, dass es innerhalb der Wissenschaft eine Stimme der Moral gibt, welche in der Tat notwendig ist, um die Möglichkeiten von wissenschaftsfundierter Technik und medizinischer Praxis zu begrenzen.

Dieser Aspekt von Gert Postels Arbeit muss belohnt werden, jenseits aller Kontroverse darüber, ob er kriminelle Methoden anwendete, als er eine ärztliche Approbation fälschte, die es in der Psychiatrie sowieso nicht geben kann und die ihn insofern in einen diametralen Gegensatz zu einem der Hauptdogmen der Medizin gebracht hat.

Gert Postel vollendete das berühmte David L. Rosenhan Experiment und hat bewiesen, dass es auch auf der Ärzteseite jederzeit wiederholt werden kann. Er hat folglich einen empirischen Beweis dafür geliefert, dass es so etwas wie "psychische Krankheit" gar nicht gibt.


Gesendet am 14.06.2007 im Dissidentenfunk (www.dissidentenfunk.de)

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